Lexikon der Begriffe: Familienaufstellung
Familienskulptur und Familienaufstellung sind zwei Methoden, die in der Fami- lientherapie entstanden sind, nun aber auch in anderen sozialen Systemen Anwendung finden. Dabei übernehmen Stellvertreter die Rollen der Familien- mitglieder und deren Anordnung gibt Auskunft über die familiäre Organisation.
Diese Methode ist ein erprobter und bewährter Ansatz, um die Beziehungs- und Kommunikationsmuster, die Familienregeln und -mythen sowie die Ver- strickungen in der Familienordnung erfahrbar zu machen. Das innere Bild der Familie, das der Klient unbewußt aufgenommen hat, wird nun bewußt gemacht. Oftmals reicht schon der Anblick der inneren Familie, dass sich Veränderungen im Klienten und somit auch im System einstellen.
In einer Aufstellung entscheidet der Klient, ob er seine Herkunfts- oder seine eigene Familie aufstellen möchte. Die Familienmitglieder werden bestimmt, auch die ausgegrenzten, „vergessenen“ und verstorbenen Mitglieder erhalten ihren Platz. Besondere Ereignisse wie schwere Krankheiten, Totgeburten, Adoptio- nen, Abtreibungen, Selbstmord werden erfragt.
Nachdem der Klient die Personen positioniert hat, beobachtet er das Geschehen von außen. Die Stellvertreter werden bezüglich ihrer Wahrneh- mung und ihrer Gefühle abgefragt. Anders als in der Skulpturarbeit gehen die Stellvertreter nicht ihren eigenen Impulsen nach und entwickeln keine Eigendynamik.
Anschließend wird der Klient in das Lösungsbild miteinbezogen und wiederholt kurze lösende Sätze, die die Familienordnung wiederherstellen sollen.